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Ingenieur - Büro

Stefan Wolters


Kathodischer Korrosionsschutz



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Im Zeitalter der nationalen und internationalen Vernetzung unserer fossilen Energiereserven sowie anderer Stoffe stellen die Fernleitungen den Haupttransportweg dieser Infrastruktur dar. Der kathodische Korrosionsschutz dient dem Erhalt dieser Strukturen und der Vermeidung von Leckagen und deren Folgen.


Die augenscheinlichste Besonderheit bei Fernleitungen ist sicherlich die große Längenausdehnung. Die Leitungen durchlaufen oftmals unterschiedliche geologische Gebiete, die lokal einen direkten Einfluss auf die elektrochemischen Vorgänge zwischen der Rohrleitung und dem umgebenden Erdreich haben. Diese Einflüsse können durch den KKS jedoch in aller Regel gänzlich kompensiert werden.


Eine deutlich größere Beeinträchtigung des kathodischen Schutzes liegt im Umstand, dass Fernleitungen aus wirtschaftlichen Gründen häufig parallel zu einander in einer gemeinsamen Trasse verlegt sind. Dadurch kommt es ggf. zu gegenseitigen Beeinflussungen, die messtechnisch nicht trivial zu erfassen sind. Ein sinnvoll eingestellter KKS kann unter solchen Gegebenheiten i.d.R. nur unter Betrachtung aller vorliegenden Schutzsysteme erfolgen.


Kathodischer Korrosionsschutz an Pipelines / Fernleitungen

Somit ist der kathodische Schutz einer Fernleitung an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Der Anspruch an den kathodischen Korrosionsschutz einer unbeeinflussten Leitung „auf der grünen Wiese“ ist ein anderer, als z.B. bei einer durch die o.g. Umstände kombiniert beeinflussten Leitung.


In wie weit eine Leitung abhängig von den Beeinflussungen durch einen KKS geschützt werden kann, ist in schwierigen Fällen nicht immer einfach nachzuweisen. Die in den Regelwerken vorgegebene Korrosionsrate von maximal 10 µm pro Jahr ist nicht immer erreichbar. Die neue AfK-Empfehlung Nr. 11 trägt diesem Umstand erstmalig Rechnung, so dass z.B. unter Wechselspannungs-Beeinflussung eine technisch akzeptable Korrosionsrate von ≤ 30 µm pro Jahr definiert wurde.


Auch wenn ein vollständiger KKS lokal nicht immer erreicht werden kann, so mindert er an den extrem korrosionsgefährdeten Stellen die Zerstörung sehr deutlich. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der eigene KKS bei unsachgemäßer Einstellung eine nachteilige Beeinflussung für benachbarte Installationen und unter Wechselspannungs-Beeinflussung auch für die eigene Rohrleitung darstellen kann.       


Eine weitere Beeinflussung des KKS ist häufig auch beim Parallelverlauf zu Hochspannungsleitungen oder elektrifizierten Bahntrassen anzutreffen. Hierbei werden Wechselspannungen in die Fernleitung induziert, die eine Gefahr der Wechselstromkorrosion darstellen. Diese Wechselspannungs-Beeinflussungen können nur in einem bestimmten Rahmen durch den KKS kompensiert werden. Oftmals sind hier ergänzende konstruktive Maßnahmen erforderlich.     


Eine weitere messtechnisch nur schwer zu erfassende Beeinflussung ergibt sich, wenn die Fernleitungen durch den Einflussbereich von gleichstrombetriebenen Stadtbahnen führen. Die Schwierigkeit beim Schutz solcher Objekte liegt im Umstand der vom Fahrbetrieb abhängigen Schwankungen der Streustrom-Beeinflussung und der damit verbundenen Potentialverfälschungen.


Darüber hinaus kommen in einzelnen Rohrleitungsabschnitten oftmals noch lokale Beeinflussungen, unterschiedliche Umhüllungsgüten und/oder positive geladene Korrosionsprodukte an den Rohrleitungen vor, die die Einstellung und den Nachweis des kathodischen Schutzes beeinträchtigen.

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