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Ingenieur - Büro

Stefan Wolters


Kathodischer Korrosionsschutz



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Der kathodische Schutz wird in aller Regel durch Potentialmessungen überwacht und bewertet. Dabei muss gemäß DIN EN 12954 das IR-freie Potential ≤ dem Mindestschutzpotential sein. Per Definition ist das IR-freie Potential das Anlagen/Elektrolyt-Potential, in dem der zu Messfehlern führende, durch den Schutzstrom oder einen anderen Strom verursachte IR-Abfall, nicht enthalten ist. Der IR-Abfall ist per Definition die in einem Elektrolyten, gemäß dem ohmschen Gesetz, zwischen der Bezugselektrode und dem Metall der Anlage durch Fließen eines Stromes erzeugte Spannung. Die technische Übersetzung dieser Definitionen findet man in Bild 1.


Aus dem Bild geht hervor, dass nur die Summe aus IR-freiem Potential und IR-Abfall gemessen werden kann. Die IR-Abfälle können erzeugt werden durch z.B.:


- Ströme aus eigenen und fremden Schutzstromanlagen

- Ausgleichströme

- Elementströme

- Ströme aus gleichstrombetriebenen Industrie- und Bahnanlagen

- Erdströme


Je nach Art der Ströme sind daher Messverfahren auszuwählen, die eine Beurteilung des kathodischen Schutzes überhaupt zulassen. Die Auswahl des einsetzbaren Messverfahrens ist z.B. in DIN EN 13509 und GW 10 definiert, siehe auch Tabelle in Bild 1. Darüber hinaus gibt GW 10 mit Ausgabe 2008 vor, dass zu prüfen ist, ob das Ausschaltpotential zum Nachweis des kathodischen Schutzes genutzt werden darf. Dies gilt insbesondere auch für ältere Anlagen, bei denen in der Vergangenheit nur das Verfahren der Ausschaltmessung eingesetzt wurde.   


Unter dem Einfluss von gleichstrombetriebenen Stadtbahnen können derart hohe und schwankende IR-Anteile auftreten, die eine Beurteilung des kathodischen Schutzes auch nach den benannten Messverfahren nur begrenzt zulassen, siehe Bild 2. Aus der Registrierung geht hervor, dass man manuell jeden Potentialwert messen kann, den man möchte.  


So wurde in der Vergangenheit bereits eine Reihe von weitergehenden Messverfahren entwickelt, die dieses messtechnische Problem lösen sollten. Leider sind viele davon, wie z.B. die in DIN EN 13509 und DIN EN 50162 genannten Verfahren, nicht tauglich und/oder fehlerbehaftet. Letztendlich wurde erst mit der Überarbeitung der AfK-Empfehlung Nr. 2 im Jahre 2009 ein Verfahren vorgestellt, welches nachvollziehbar und glaubwürdig anwendbar ist.  


Hierbei wird zunächst der Zustand in der Betriebsruhe ermittelt und bewertet, siehe auch Bild 2. Im Anschluss werden die mittleren Potentialverschiebungen über 24 Stunden bewertet, sowie deren Einfluss auf den tatsächlichen kathodischen Schutz bzw. die Korrosion.  


Nachweis des KKS unter Streustrom-Beeinflussung

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