Unternehmen Dienstleistungen Site-Map


Ingenieur - Büro

Stefan Wolters


Kathodischer Korrosionsschutz



Tel.: 0201 536 77466


Home KKS Streustrom-Beeinflussung Wechselspannungs-Beeinflussung Die Welt der Normen
Kontakt Site Map Impressum

Reduzierung von Streustrom-Beeinflussungen / Rohrleitungsseite

Außer Betrieb genommene Streustromableitung

N_DC Dienst_PL

Die Beeinflussungen einer Rohrleitung durch Streuströme einer Stadtbahn sind u.a. abhängig von


- den Standorten der Stadtbahnen

- der Stromaufnahme bzw. Abgabe der Stadtbahnen

- der Entfernung der Stadtbahnen zu den Unterwerken und untereinander

- den lokalen Schienenisolierungen

- Trennungen der Rückleitungen einzelner Streckenabschnitte

- sonstigen Maßnahmen zur Reduzierung von Streuströmen der Verkehrsbetriebe

- Parallelverläufen und Kreuzungen anderer streustrombeeinflusster Rohrleitungen

- örtlichen Bodenverhältnissen


In einem dichten Stadtbahnnetz einer Großstadt treten auf Grund der o.g. Abhängigkeiten  an einzelnen Standorten Beeinflussungen auf, die nicht vorhersehbar sind. Die Beeinflussungen können daher nur im Tagesmittel erfasst und bewertet werden. Um sinnvolle Maßnahmen zur Reduzierung von Streuströmen auf einer Rohrleitung zu definieren, sind die Kenntnisse der anodischen und kathodischen Beeinflussungsbereiche im Tagesmittel festzustellen. Das grundsätzliche Prinzip von Streustrombeeinflussungen durch Stadtbahnen ist in Bild 1 dargestellt.


In früheren Zeiten wurden vermehrt oder fast grundsätzlich Streustromableitungen zwischen den Rohrleitungen und den Fahrschienen eingesetzt, um so den Streustromaustritt aus den Rohrleitungen und die damit verbundene Korrosion zu verhindern. In diesen Zeiten war es so, dass die Stadtbahnen nur Strom aufnehmen und nicht zurückspeisen konnten, und die Fahrschienen gegenüber dem Erdreich nicht isoliert waren. Dadurch nahmen die anodischen Beeinflussungsbereiche einer Rohrleitung grundsätzlich mit der Nähe zu den Stadtbahn-Unterwerken zu. Die Streustromableitungen wurden daher in direkter Nähe zum Unterwerk eingesetzt, siehe Bild 2.


Heute speisen fast alle Stadtbahnen beim Bremsen die überschüssige Energie zurück ins Netz und sind in diesem Fall ebenfalls als „fahrende Unterwerke“ zu betrachten. Im Tagesmittel werden dadurch die Beeinflussungsbereiche gleichmäßiger über die Strecken verteilt. Zusätzlich wurden die Unterwerksabschnitte deutlich verkleinert, was geringere Schienenspannungstrichter zur Folge hat. Eine deutliche Streustromreduzierung wurde zudem durch die Isolation der Fahrschienen gegenüber dem Erdreich erreicht. Zusammen mit weiteren Maßnahmen der Verkehrsbetriebe sind die Streustrombeeinflussungen im Vergleich zu früher deutlich reduziert.


Diese Umstände stellen die Notwendigkeit von Streustromableitungen in Frage. Es ist zwar nach wie vor so, dass durch den Einsatz von Streustromableitungen die gleichen Effekte erzielt werden wie oben beschrieben. Es kann nun aber so sein, dass diese Schutzmaßnahme überflüssig oder falsch positioniert ist. Ferner ist zu berücksichtigen, dass eine Streustromableitung durch die niederohmige Verbindung zwischen Rohrleitung und Fahrschienen den Streustrom insgesamt um bis zu Faktor 4 erhöht. D.h. die allgemeine Streustromsituation (außerhalb der geschützten Rohrleitung) werden dementsprechend erhöht und die Fahrschienen dementsprechend korrosiv belastet. Durch die Streustromableitungen kann zudem in einigen Rohrleitungsabschnitten ein nicht notwendiger und ggf. schädigender Überschutz auftreten. Weiter ist zu berücksichtigen, dass jeder von einer Rohrleitung aufgenommene Strom eine Beeinflussung anderer benachbarter Installationen darstellt. Die Streustrombeeinflussung kann durch geschützte Rohrleitungen auch in andere Bereiche verschleppt werden.


Zuweilen trifft man in einzelnen Städten auch noch gegen die Fahrschienen geschaltete Schutzanlagen an. D.h. anstelle der Diode ist eine Fremdstromschutzanlage installiert, die die Fahrschienen als Anode nutzt. Dieses Verfahren hat die gleiche Wirkung wie eine Diode, hält aber je nach Regelung konstante Strom- oder Potentialwerte ein. Solche Regelungen haben aber den Nachteil, dass sie nur nach den örtlichen Gegebenheiten an der Schutzanlage  ausregeln. Dies muss aber nicht den Gegebenheiten anderer Standorte entsprechen.


Es ist grundsätzlich zu empfehlen, die tatsächliche Notwendigkeit von neuen oder bestehenden Streustromableitungen, sowie hinsichtlich dem richtigen Einbauort und der richtigen Einregelung, zu prüfen.